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Datum: April 2021 | Autor(en): Dorette Lochner, Mark Shillaker

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Kanban-Feedback

Ein Impuls für Eure Feedback-Kultur

Dass wir alle einen Blinden Fleck haben und von Feedback ungeheuer profitieren könnten, ist bekannt. Natürlich gibt es im Tagesgeschäft immer wieder spontanes Feedback. Das ist aber fast immer auf ein gutes oder schlechtes Ergebnis bezogen. Persönliches Feedback gibt es dagegen im Tagesgeschäft zu selten. Das zeigen auch regelmäßig die Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen.

Daher bemühen sich viele Organisationen, Feedbackszenarien zu kreieren. Feedback-Kultur steht oben auf der Agenda von vielen HR-Abteilungen.

Aber nicht in jedem Setting wird Feedback gerne gegeben und gerne angenommen. Wir kennen die Pro-forma Feedback-Runden - oft im Beisein vieler - in denen sich Feedbackgeber nicht wohl fühlen. Ihre Rückmeldungen geraten dann flach, allgemein, harmlos. Ebenso kennen wir die Situation, dass Feedbacknehmer in verordneten Feedback-Runden nicht richtig zuhören und nicht wirklich bereit sind, Feedback anzunehmen.

 

Feedback-Kultur im Kanban-Format

Daher haben wir das Kanban-Format kreiert. Zunächst bekommt eine Gruppe einen kleinen Input. Im Fokus steht die Frage: wie formuliert man ein Feedback, das sowohl respektvoll als auch wirkungsvoll ist?

Dann werden die Teilenehmer gebeten, sich zu überlegen, von wem in der Gruppe sie gerne ein persönliches Feedback hätten und wem sie gerne ein persönliches Feedback geben würden. Die Moderator*innen stellen vorbereitete Kärtchen z.B. in Blau und Rot zur Verfügung, real oder digital.

Ein Teammitglied, das einem anderen ein Feedback geben möchte, gibt diesem eine blaue Kanban-Karte, unterzeichnet mit seinem Namen. Und wenn man Feedback von einem Kollegen erhalten möchte, gibt man diesem eine rote Karte, ebenfalls mit Unterschrift. Jeder kann beliebig viele Karten vergeben. Wer eine Karte einlösen möchte, geht auf den Kollegen oder die Kollegin zu und vereinbart ein Zweiergespräch. Meistens lassen wir die Teilnehmer innerhalb eines Workshops mit den Check-Ins zu zweit beginnen und sie dann außerhalb des Workshops weiterführen.

Das Kanban-Format ist super einfach und funktioniert überwältigend gut, denn es beruht auf Eigeninitiative und Freiwilligkeit. Die Beteiligten fühlen sich von ihren Kollegen persönlich zum Feedback eingeladen, das vertrauliche Setting ermöglicht ein größtmögliches Maß an Offenheit; dort, wo zwischen Beteiligten Sprachlosigkeit bestand, bekommt der Austausch einen neuen Impuls.

Unsere Rückmeldungen zu dieser Feedback-Methode sind extrem positiv.