Datum: August 2021 | Autor(en): Dorette Lochner

Lesezeit: 2 Minuten

Zurück im „Klassenraum“

Selbst alte Hasen haben wieder Lampenfieber

 

Liebe Kolleg*innen aus der trainierenden und moderierenden Zunft! Ist es Euch auch so gegangen wie uns? Der Schock kam im März 2020 - alle Präsenztrainings abgesagt. Das Jahr 2020 war dann komplett verhagelt. Aber nicht, dass einer glaubt, wir hätten ein Urlaubssemester eingelegt. Im Gegenteil, wir haben 2020 unheimlich viel gewerkelt und entwickelt. Jetzt stehen unsere Online-Didaktiken und wir sind virtuell topfit. Das Geschäft brummt, und wir machen unsere Online-Trainings mit Begeisterung.

Aber trotzdem war da schon ein wenig Sehnsucht nach dem realen Gruppengefühl im „echten“ Raum. Jetzt endlich - mehr als ein Jahr später und wir können es fast nicht glauben - wagen wir uns gemeinsam mit unseren Kunden wieder in den analogen Klassenraum.

Wie sich das anfühlt, haben wir uns gegenseitig erzählt:

„Selbst ich als alter Hase hatte plötzlich wieder das Lampenfieber, das viele Jahre schon vergessen war. Wow, wieder vor der Gruppe zu stehen - das lässt das Adrenalin in die Adern schießen.“

„Im Klassenraum bekommst Du als Trainerin einfach jede Menge Energie von den Teilnehmer*innen zurück. Im online Training musst Du selbst viel mehr Energie reinstecken, aber es kommt weniger zurück.“

„Im Präsenzseminar ist die Gruppendynamik doch stärker spürbar als im virtuellen Klassenraum, da wird mehr ge-fragt und hinter-fragt, da wird viel mehr debattiert. Ich musste sehr aufpassen, den Zeitplan nicht aus den Augen zu verlieren.“

„Im Klassenraum ist das Schöne, dass Du die Teilnehmer*innen als Gruppe im Blick hast: wer wendet sich an wen, wo wird im Flüsterton debattiert, wer hat eine Anleitung nicht verstanden und braucht Hilfe, wer zieht die Blicke auf sich. Du siehst auch einfach besser, wer voll dabei ist, wer etwas sagen möchte, wer noch zweifelt ... und entsprechend kannst Du schnell agieren.“

„Ich liebe es, mit Blickkontakt gezielt zu arbeiten, Blickkontakt zu variieren, und das geht im Präsenztraining einfach wieder viel viel besser als online.“

 „Was ich von den Online-Trainings übernommen habe, ist, dass ich öfters kurze Pausen mache statt einer längeren alle 90 Minuten. Die Teilnehmer*innen fanden das gut. Allerdings hat sich das Pausenverhalten geändert ... es wird noch mehr ins Smartphone geschaut statt mit den anderen Teilnehmer*innen geredet, als vor Corona. Bin gespannt, ob sich das wieder legt.“

„In der Corona-Zeit war ein Teil meines Kleiderschranks im Lockdown. Deshalb wusste ich bei meiner ersten Präsenzveranstaltung auch gar nicht, was ich anziehen soll ... und was zusammenpasst.“

Die Frage, was nun besser ist, online oder f2f, möchten wir pauschal nicht beantworten. Da die Kommunikation im echten Arbeitsleben aktuell auf beide Weisen stattfindet, macht es doch Sinn, z.B. Führung und Kommunikation auch auf beide Weisen zu trainieren. Und da Lernende unterschiedlich gestrickt sind, scheinen uns Lernformate mit Wahlmöglichkeit ein sehr kundenorientiertes Angebot. Wir jedenfalls planen mit unseren Kunden für 2022 ein hybrides und rasch konvertierbares Angebot. Schließlich bleibt die Welt weiterhin VUCA.